Die dümmste Verkehrsplanung seit dem Zürcher Ypsilon

Martinsbergtunnel

Einst plante man eine Autobahn mitten durch Zürich (Ypsilon) und nun will der Kanton mit dem Martinsbergtunnel einen „Autobahnzubringer“ (Wortlaut Kanton) mitten durch den Regionalkern bauen. Zum Regionalkern gehören gemäss Kanton die Gemeinden: Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Wettingen und Neuenhof. Für über eine halbe Milliarde Franken soll mehr Verkehr aus dem Unteren Aaretal und aus Deutschland durch das Siggenthal zur Autobahn geschleust werden. Am meisten darunter zu leiden hätte  – einmal mehr – die Gemeinde Obersiggenthal.

Beim Bau der Siggenthaler Brücke wurde einst versprochen, mittels flankierender Massnahmen eine Verlagerung des Verkehrs auf die Achse durch Obersiggenthal zu verhindern. Und der damalige Badener Stadtammann beruhigte die Obersiggenthaler mit der Aussage „Der Pfropfen auf dem Schulhausplatz bleibt drinnen“! Es blieb bei den Versprechen, der Verkehr hat sich seither verdoppelt. Nun heisst das neue Zauberwort „Verkehrsmanagement“. Damit will man eine Plafonierung des Durchgangsverkehrs erreichen. Und ein Teil der 40-Tönner soll via Wildestich auf die andere Limmatseite geführt werden. Dass dies funktionieren wird, glauben aber wohl nur einige Planer beim Kanton.

Mit der geplanten Schliessung der Badener Hochbrücke würde zudem die Achse via Hertensteinstrasse und Siggenthaler Brücke massiv stärker belastet. Dabei wurde einst bei der Planung der Obersiggenthaler Brücke  die Wichtigkeit der Spange „Siggenthaler Brücke –  Badener Hochbrücke“ für die Verkehrsflexibilität betont. Die Halbwertszeit von politischen Aussagen und  Versprechen wird offensichtlich immer kürzer; kein Wunder glauben die Obersiggenthaler diese nicht mehr.

Urs Müller, Einwohnerrat Obersiggenthal

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