Geht so Demokratie?

Der Frust der Neuenhofer und Wettinger Bürger ist sehr verständlich. Wenn der Kanton das Anhörungsverfahrens zur Limmattalbahn „mit breiter Zustimmung“ bewertet, wirft das schon Fragen auf. Eingegeben haben 43 Institutionen (Bund, Parteien, Gemeinden, Verbände, Organisationen), 9 Gewerbebetriebe, 95 Einzelpersonen, 800 Sammelunterschriften. Betroffene Gemeinden und die Repla waren dafür, ebenso die Mehrheit der Kantonalparteien. Die 9 Verbände und 5 Ortsparteien waren ausgeglichen. Dagegen waren aus Neuenhof und Wettingen mindestens 723 Bürger. Ist das eine breite Zustimmung, wenn ein grosser Teil der positiven Stimmen gar nicht ortsbezogen ist, die grosse Mehrheit der Eingaben jedoch von betroffenen Bürgern stammt, die dagegen sind?

Schon 2015 bei der Bewilligung der 179 Mio. Sfr. für die Verlängerung der LTB nach Killwangen durch den Grossen Rat wurden die Bürger nicht befragt. Nun will man dieser Investition mit wenig Nutzen weitere 465 Mio. für nur wenig mehr Nutzen hinterherschiessen, um den Fehler von damals nicht einzugestehen. Fachleute schätzen min. 540 Mio,, wobei die Sanierung der Hochbrücke noch nicht eingerechnet ist. Dieses Projekt entspricht nicht dem Willen der betroffenen Bürger und kostet den Steuerzahler 540 Mio. „À-fonds-perdu“ oder jährlich ca. 30 Mio. über 30 Jahre. Das sind Mehrkosten gegenüber einem bestehenden Bussystem, das gut funktioniert, auch über 2040 hinaus leistungsfähig ist und durch ein Tram nur teilweise ersetzt werden könnte.

Hermann Merwar, Nussbaumen

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