Foto der 1. Mobilitätskonferenz

Am Samstag, 24. September 2022, hat die erste Mobilitätskonferenz im Rahmen des Gesamtverkehrskonzepts Raum Baden und Umgebung stattgefunden. Rund 180 Personen aus den betroffenen Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Interessengruppen informierten sich über den Stand, die Rahmenbedingungen und den Gestaltungsspielraum dieser Planung. Ausserdem erhielten sie eine gemeinsam mit den Gemeinden erstellte Lagebeurteilung der heutigen Mobilitätssituation in der Region. In einer engagierten und konstruktiven Diskussion erarbeiteten die Teilnehmenden verschiedene Inputs, welche in eine ePartizipation einfliessen werden. Diese Online-Mitwirkung, an der sich die breite Bevölkerung beteiligen kann, findet vom 3. bis am 16. Oktober 2022 statt.

In der kürzlich gestarteten, neuen Planungsphase des Gesamtverkehrskonzepts (GVK) Raum Baden und Umgebung wird ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung der Information und der Mitwirkung gelegt. Über die nächsten zwei Jahre sollen in einem für die Aargauer Mobilitätsplanung bisher einzigartigen Mitwirkungsprozess fünf Partizipationsrunden stattfinden. Ein wichtiges Element je Partizipationsrunde des GVK Raum Baden und Umgebung ist die Mobilitätskonferenz. Dieses rund 180-köpfige Gremium soll die Sichtweise und Anliegen der regionalen Bevölkerung einbringen und ist wie folgt zusammengesetzt: Mitglieder der Behördendelegation (10 Gemeindeammänner, 2 Repla-Präsidenten) und der Begleitgruppe, Vertretungen der Gemeinden im Bearbeitungsperimeter proportional zu ihrer Wohnbevölkerung, Vertretungen von weiteren an den Perimeter angrenzenden Gemeinden (z.T. Gemeindeammänner), Nachbar-Replas, Verbände und Mobilitätsinstitutionen (TCS, VCS, pro Velo, Fussverkehr, RVBW, PostAuto AG), die Wirtschaftsverbände AIHK und der Aargauische Gewerbeverband, die Interessengruppen IG OSN und LimmatMobil, eine Jugend-Delegation, eine Vertretung des Nachbarkantons Zürich.

Die erste Mobilitätskonferenz des GVK Raum Baden und Umgebung hat am Samstag, 24. September 2022, in Baden stattgefunden. Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), begrüsste die Anwesenden und betonte die Bedeutung ihres Engagements für die Region und für diesen Prozess. „Mobilität war schon immer wichtig im Grossraum Baden, und immer auch eine Herausforderung“, so Attiger. Das Strassennetz und das Mobilitätsangebot könne und müsse auch in diesem Raum immer wieder den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. „Fragen der Mobilität können nur regional und vernetzt geklärt werden. Alle müssen regional denken, damit es gelingt“, so Attiger. Und: „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen vorwärtsschauen und weiterdenken. Wir wollen bewahren, was funktioniert, und das Angebot dort weiterentwickeln, wo es nötig ist. Wir wollen gemeinsam für und mit den Menschen dieser Region die Mobilitätsangebote und -formen für die Zukunft vorbereiten, als Chance für die Menschen im Ostaargau.“

Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielraum

Carlo Degelo, Leiter der Abteilung Verkehr im BVU, gab den Teilnehmenden einen Überblick über die bisherigen Planungen und den aktuellen Stand des Projekts. „Der Grosse Rat hat unserem Departement im Mai 2021 den Auftrag erteilt, das regionale Gesamtverkehrskonzept im Raum Baden und Umgebung weiter voranzutreiben. Ziel ist die Umsetzung der fünf Handlungsfelder ‚Bahn und Bus‘, ‚Fuss- und Veloverkehr‘, ‚Strassennetz und Betrieb‘, ‚Stadt- und Freiraum‘ sowie ‚Mobilitätsmanagement'“, so Degelo. Ziel ist die Richtplananpassung im Jahr 2025.

Bei den laufenden Planungen gebe es nicht veränderbare Rahmenbedingungen wie etwa der erwähnte Auftrag des Grossen Rates, aber auch die Vorgaben des kantonalen Richtplans oder übergeordnete Strategien wie die Mobilitätsstrategie mobilitätAARGAU. Im nun gestarteten Partizipationsprozess gebe es jedoch einen Gestaltungsspielraum, so beispielsweise bei der Zieldefinition, bei den Massnahmen und deren Umsetzungsreihenfolge. Während die Behördendelegation – das strategische Leitungsgremium des GVK Raum Baden und Umgebung – in der laufenden Planung Zwischenentscheide fällen könne, hätten die Partizipationsgremien keine Entscheidungskompetenz – diese liegt beim Regierungsrat, dem Grossen Rat und im Fall einer Volksabstimmung bei der Bevölkerung. „Die Partizipation, also auch Sie in dieser Mobilitätskonferenz, haben aber eine wichtige Aufgabe: Hinterfragen Sie die Entwürfe und Vorschläge der Fachplanung kritisch und geben Sie konstruktive Rückmeldungen dazu“, sagte Carlo Degelo.

Lagebeurteilung der Mobilitätssituation im betrachteten Raum

Die Teilnehmenden erhielten am Samstag bereits eine Lagebeurteilung zur heutigen Mobilitätssituation im Raum Baden und Umgebung, welche die Fachplaner unter Mitwirkung der zehn Gemeinden des Bearbeitungsperimeters erstellt haben. Die Erkenntnisse:

  • Der (Auto-)Verkehr im Raum Baden und Umgebung ist hausgemacht, es gibt kaum Durchgangsverkehr durch die ganze Region. Der Zielverkehr ins Zentrum (Stadt Baden) quert aber teilweise andere Teilräume.
  • Für Fahrten Richtung Baden-Wettingen wird deutlich häufiger das Auto genutzt als für Fahrten innerhalb von Baden-Wettingen.
  • Die kapazitätsbestimmenden Knoten (v.a.Brückenkopf Ost, Boldi) führen nicht nur zu Stau für den Autoverkehr, sondern beeinträchtigen auch die anderen Verkehrsmittel (Netzlücken für Velo, Verspätungen im Busverkehr).
  • Die Kantonsstrassen innerorts sind heute mehrheitlich auf den Autoverkehr ausgerichtet und für den Fuss- und Veloverkehr unattraktiv. Die Defizite in den Ortsdurchfahrten sind hinsichtlich Art und Ausmass unterschiedlich.

Online-Partizipation für die Bevölkerung vom 3. bis 16. Oktober 2022

In einer engagierten Diskussion und lebendigen Workshops haben sich die Teilnehmenden anschliessend mit dieser Lagebeurteilung auseinandergesetzt, diese mit den eigenen Erfahrungen verglichen sowie Hoffnungen und Erwartungen zur Mobilitätentwicklung formuliert, welche in die breite ePartizipation einfliessen werden. Diese Online-Mitwirkung, an der sich die gesamte Bevölkerung beteiligen kann, startet am Montag, 3. Oktober 2022, und dauert bis am Sonntag, 16. Oktober 2022. Der Start der ePartizipation sowie die konkreten Inhalte werden noch separat kommuniziert.

Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kanton Aargaus

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