Verkehrszukunft

Limmattalbahn von Killwangen bis Baden

Das BVU möchte eine Weiterführung der Limmattalbahn (LTB) bis Baden in den Richtplan auf Stufe Zwischenergebnis eintragen. Der Grosse Rat soll darüber am 8. Sep. 2020 beschliessen.

Der erste Teil der Tram-Linie führt durch wenig besiedeltes Gebiet und dürfte bei weitem nicht ausgelastet sein. Der zweite Teil ab Wettingen führt auf der Strasse im Mischbetrieb und somit ohne den Vorteil eines Trams mit eigenem Trassee. Die Linie führt durch die neuralgischen Punkte Hochbrücke, Schulhausplatz, Schlossbergtunnel und teilt sich den Platz mit dem motorisiertem Individualverkehr und den Autobussen der RVBW. Die LTB wird nicht in der Lage sein, eine Busslinie zu ersetzen, sie würde aber CHF 465 Mio an Investitionen kosten. Wegen der ungenügenden Auslastung würde dieses Tram seine Betriebskosten nicht decken können und jährliche Defizite von ca. 30 Mio aufwerfen. Der Bericht dazu.

Die LTB betrifft auch uns im Siggenthal. Denn bei einer Realisierung der Limmattalbahn würde der MIV-Verkehr über die Hochbrücke stark (im Mischverkehr) oder ganz (bei Schliessung) eingeschränkt.
Der resultierende Umwegverkehr aus Ehrendingen / Ennetbaden würde die Siggenthaler Brücke noch zusätzlich belasten.

Die Forderungen der Gemeinden ans rGVK

Urs Burkhard: «Aus Sicht der Gemeinde Ehrendingen ist es wichtig, dass Baden und Wettin­gen nicht zulasten der Aussen­gemeinden entlastet werden. Dies war bei der geplanten Version aber genau der Fall und würde für uns massiven Mehrverkehr bedeu­ten. Diesen gilt es mit einer ver­nünftigen Planung zu verhindern.»

Bettina Lutz Güttler: «In Ober­siggenthal wollen wir keinen Schwerverkehrskorridor von Nord nach Süd mitten durchs Dorf. Die Landstrasse muss entlastet werden. Wir wollen auch einen Richtplan Landstrasse erarbeiten und möchten nicht, dass dieser über den Haufen geworfen wird.»

Marlène Koller: «Untersiggenthal war zu Beginn des Prozesses nicht involviert. Dagegen haben wir uns massiv gewehrt, denn eine Zu­nahme des Durchgangsverkehrs aus dem Unteren Aaretal hat auch für uns Auswirkungen. Zudem setzen wir derzeit unsere eigene Zentrumsentwicklung um, die ebenfalls betroffen ist.»

Robert Müller: «Freienwil hat eine starke Anbindung ans Siggenthal. Deshalb braucht es eine bessere Linienführung im Siedlungsraum Siggenthal, und es ist wichtig, dass die Hochbrücke nicht für den Verkehr gesperrt wird.»

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Unsere Forderung: „Kein Richtplaneintrag ohne Verkehrsentlastung des Siggenthals!“

In der Anhörung haben wir unser erstes Ziel erreicht: Der Tunnel ist (vorerst) weg vom Tisch! Ergebnisse der Anhörung

Um was geht es bei der OASE

Der Kanton plant mit dem regionalen Gesamtverkehrskonzept (rGVK) OASE die Verkehrszukunft, unter anderem im Grossraum Baden. Entgegen den Versprechungen der Regierung zeigte sich aber, dass der Nutzen eigentlich nur dem Zentrum Badens zukommt, die Lasten hingegen von der Bevölkerung im Siggenthal und in weiteren Gemeinden zu tragen sind. Im Siggenthal fordern die Gemeinden, Parteien und die Bevölkerung eine Entlastung des Siggenthals vom Durchgangsverkehr. OASE muss die Verkehrssituation für alle Betroffenen verbessern. In der jetzigen Form wird sie abgelehnt.

Was stimmt nicht mit dem rGVK OASE 2040

  • Die Anliegen und Erwartungen von Obersiggenthal wurden in keiner Weise erfüllt.
  • Eine einseitige Zentrumsentlastung Baden erfüllt die Ansprüche an ein regionales Verkehrskonzept nicht. Auch die Nachbargemeinden müssen vom Verkehr entlastet werden.
  • Die skizzierten Lösungen überzeugen in keiner Weise. Das Projekt ist unfertig und ignoriert die Anliegen des Siggenthals. Die vorliegende Planung ist daher inakzeptabel und muss in wesentlichen Teilen massiv verbessert werden.
  • Das Projekt ist nicht in einem breiten Konsens mit den betroffenen Gemeinden erarbeitet worden. Die aktuellen Resultate zeigen auf, dass die Ziele des Kantons und jene der Gemeinden – insbesondere diejenigen des Siggenthals – meilenweit auseinanderliegen.
  • Das Projekt OASE ist auf keinen Fall soweit fortgeschritten, dass eine Festsetzung im Richtplan ins Auge gefasst werden kann. Eine wirksame Entlastung des Siggenthals ist eine Grundvoraussetzung dafür.

Diese Situation und die inakzeptable Informationspolitik der Baudirektion führen dazu, dass in der Bevölkerung sehr viel Unmut und Unverständnis wächst. Die Befürchtungen mehren sich, dass das Siggenthal im Rahmen eines kantonalen Strassenbauprojekts einmal mehr – wie bereits beim Bau der Siggenthaler Brücke – benachteiligt und mit Versprechen abgespiesen wird, die später nicht erfüllt werden.

 

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